Trotz Fehlsichtigkeit am Tag gestochen scharf sehen, ganz ohne Sehhilfe. Zu schön, um wahr zu sein? Ist es aber nicht: Sogenannte orthokeratologische Kontaktlinsen, kurz Ortho-K-Linsen, machen es möglich. Sie korrigieren Kurzsichtigkeit und Hornhautverkrümmung während des Schlafs, sodass man am nächsten Tag ganz ohne Sehhilfe scharf sehen kann.

Wie das funktioniert? Durch hydrostatische Kräfte der formstabilen, sehr sauerstoffdurchlässigen Kontaktlinsen wird die Hornhaut über mehrere Stunden modelliert, wodurch sich die Brechkraft der Hornhaut verändert. Das Ergebnis: Bei regelmäßiger Verwendung der Speziallinsen wird ein Sehen ohne Brille oder zusätzliche Kontaktlinsen für etwa 16 Stunden ermöglicht. Werden die Ortho-K-Linsen jedoch nicht mehr getragen, kehrt der Sehfehler wieder zurück.

Für wen eignen sich Ortho-K-Linsen?

Die Nachtlinsen sind nicht für alle Formen der Fehlsichtigkeit geeignet. Ihr Prinzip funktioniert nur bei einer Kurzsichtigkeit von bis zu -5 Dioptrien und bei einer Hornhautverkrümmung von etwa -2,5 Dioptrien. Eine weitere Voraussetzung für das Tragen von Nachtlinsen ist, dass das Auge eine ausreichende Menge Tränenflüssigkeit produziert.

Die Nachtlinsen können bedenkenlos getragen werden, sofern Anwender einige Dinge beachten:

·      Vor der Anwendung sollte eine gründliche Untersuchung durch den Augenarzt erfolgen.

·      Ein speziell geschulter Optiker oder Augenarzt muss die Ortho-K-Linsen individuell anpassen und regelmäßig kontrollieren.

·     Wie bei allen Kontaktlinsen ist gute Pflege und die richtige Handhabung wichtig.

·     Die Linsen sollten nach etwa einem Jahr ausgetauscht werden.